Premiere_Der DIBBUK_Theater_Premiere am 06.12.2018_Theater Nestroyhof/Hamacon

Der DIBBUK
Premiere: 06. Dezember 2018

DIBBUK
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Eine St√ľckentwicklung zum Motiv des Dibbuk aus der j√ľdischen Mystik. Ein lustvoller Abend zwischen Lyrik und Schamanismus, Freud und Ginsberg, Esoterik und Totentanz.

Ein Prozess zwischen einem Lebenden und einem Toten ist eine ernste und ungew√∂hnliche Sache, Rabbi, ich mochte Euch daher bitten, morgen die Gerichtssitzung selbst zu leiten. (Aus “Der Dibbuk” von An-Ski)

Der Dibbuk ist in der j√ľdischen Mystik der Geist eines Toten, der sich an einen Lebenden heftet und durch ihn spricht. In dem Erfolgsst√ľck des sp√§ten 19. Jahrhundert “Der Dibbuk” von An-Ski stirbt Chanan, weil die ihm eigentlich versprochene Lea an einen anderen verheiratet wird. Daraufhin f√§hrt er als Dibbuk in Leas K√∂rper ein und spricht durch sie. F√ľr die Familie von Lea, wie f√ľr den Rabbi, stellt sich die Frage, wie man den Dibbuk aus Leas K√∂rper austreiben kann.

In der Produktion DIBBUK wird das St√ľck “Der Dibbuk” von An-Ski einer der Ausgangspunkte f√ľr eine St√ľckentwicklung sein, die den Fragen nachgehen will, welche Geister uns heute heimsuchen, wo sie sich eingenistet haben und vor allem welchen Umgang man mit ihnen finden kann. Es soll der Sichtweise und dem Glauben eine theatrale Form verliehen werden, dass es zwischen dem Akt des Austreibens und dem Zustand der Besessenheit noch einen dritten, sanfteren, friedlicheren und lustvolleren Weg geben kann.

Das Projekt DIBBUK ist Besch√§ftigung mit Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart. Die Frage welche Geister bes√§nftigt werden wollen, ist beim Motiv des Dibbuk eng mit der Geschichte des Hauses verkn√ľpft. Die weltweit erfolgreich aufgef√ľhrte Inszenierung “Der Dibbuk” von An-Ski durch die Truppe Habimah, die sp√§ter das Nationaltheater in Israel begr√ľnden sollten, war als Gastspiel in den R√§umlichkeiten des Theater Nestroyhof Hamakom (damals J√ľdische K√ľnstlerspiele) 1938 zu Gast und war somit die letzte Theaterproduktion, die in den R√§umlichkeiten vor dem Anschluss und der Schlie√üung der J√ľdischen K√ľnstlerspiele zu sehen war.

Der festen √úberzeugung folgend, dass eine andere Vorstellung von Zukunft nur m√∂glich ist, wenn man die Vergangenheit weder versucht auszutreiben, noch sich zur G√§nze von ihr determinieren l√§sst, soll das Projekt DIBBUK lustvoll durch die Besch√§ftigung mit den Geistern der Vergangenheit helfen, eine neue Zukunft in der Gegenwart zu begr√ľnden.

Der DIBBUK, eine Geisterjagd, die im Setting von ‚ÄěSam’s Bar‚Äú stattfindet. Ein Abend der j√ľdische Mystik, Popkultur und Postmoderne verbindet, um dem Dilemma einer stagnierten Gegenwart zu entkommen.

MIT:
Katharina Knap
MUSIK:
Ingrid Schmoliner
REGIE:
Milena Michalek
DRAMATURGIE:
Patrick Rothkegel